Franken und Wein – das gehört einfach zusammen! Ob klassischer Silvaner, die frische Linie „DIE JUNGEN FRANK’N“ oder besondere Weine wie „Frankens Riemenschneider“. Wer Wein aus Franken liebt, hat bestimmt schon von der Winzergemeinschaft Franken eG (kurz GWF) gehört. Aber wie wurde aus ein paar Winzern ein richtig großes Team? Die Antwort liegt in drei Zutaten: Zusammenhalt, Ideenreichtum und Mut.
Ein Zusammenschluss mit Weitblick
Die Geschichte der GWF beginnt im Februar 1959, als sich mehrere fränkische Winzer zusammenschließen. Die Idee: Gemeinsam ist man stärker. Damals standen viele Winzer vor den gleichen Problemen: Geringe Erträge, harte Konkurrenz und begrenzte Ressourcen. Durch den Zusammenschluss zur damaligen „Zentralkellerei fränkischer Winzergenossenschaften Würzburg“ legten sie den Grundstein für eine Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält. Im Jahre 1963 entstand der neue Hauptsitz in Repperndorf bei Kitzingen, der auch heute noch das Herz der Genossenschaft bildet.

In den 1970er-Jahren nahm das Wachstum richtig Fahrt auf. Die GWF bewirtschaftete inzwischen über 1.000 Hektar Rebfläche, was rund 1.400 Fußballfeldern entspricht. Später waren es laut Kellermeister Christian Baumann sogar einmal 1.600 Hektar. Heute liegt die Fläche bei etwa 1.200 Hektar.
„1977 war die erste große Weinernte in Franken“, erzählt Kellermeister Christian Baumann im Interview. „Damals hatten wir nicht genug Kapazitäten, um die riesigen Mengen zu lagern. Wir mussten sogar Schwimmbäder nutzen, um den Jungwein zwischenzulagern. Das war ein echter Meilenstein, denn so konnten wir die Lagerkapazitäten für Franken überhaupt erst schaffen. Heute können wir immer noch über 30 Millionen Liter Wein hier einlagern.“
Tradition trifft Fortschritt
Von Beginn an stand die GWF für Qualität, Gemeinschaft und Weiterentwicklung. „Die GWF hat über die Jahre viele kleine Winzer zusammengebracht und ihnen dadurch einen sicheren Lebensunterhalt ermöglicht“, erzählt der geborene Franke. „Wir konnten uns voll auf die Qualität unserer Trauben konzentrieren, während die GWF die Vorgaben vorgab und die Vermarktung übernahm. So entsteht die Qualität direkt im Weinberg, und im Keller wird sie dann verfeinert, bevor der Wein schließlich in die Flasche und zu den Kunden kommt.“
Was in den 1960er- und 70er-Jahren noch Handarbeit war, wurde in den 1980ern zunehmend von Technik unterstützt. Doch nicht nur die Produktion entwickelte sich weiter, auch das Umweltbewusstsein wuchs. Der 61-jährige erzählt, dass die GWF in den 1980er-Jahren sogar plante, den gesamten Weinbau auf ökologische Bewirtschaftung umzustellen. Doch die Umsetzung war schwieriger als gedacht: Denn der ökologische Anbau, der vor allem auf die Gesundheit der Reben ausgelegt ist, ist wirtschaftlich den konventionellen Methoden nicht gewachsen. Der finanzielle Aufwand war damals zu hoch, um die Winzer angemessen zu entlohnen. Trotzdem wurden in dieser Zeit erste Qualitätsmanagementsysteme eingeführt, die Transparenz und Nachvollziehbarkeit im Weinbau förderten. Ein wichtiger Schritt in Richtung Zukunft.
Qualität und Innovation vereint
In den 1990er- und 2000er-Jahren investierte die GWF weiter stark in moderne Technik, Kelterstationen und Qualitätsmanagement. Zertifizierungen wie ISO und IFS unterstreichen den hohen Anspruch. Doch was bedeutet das überhaupt?
• ISO: Internationale Norm, die geordnete, effiziente und qualitativ hochwertige Abläufe sicherstellt.
• IFS: Gewährleistet, dass Lebensmittel sicher, hygienisch und nach höchsten Standards hergestellt werden.

Die GWF heute – nachhaltig, digital, zukunftsorientiert
Die Zertifizierungen sind das Qualitätssiegel von außen, aber auch von Innen hat das Team der GWF hohe Ansprüche, denn hier steckt Herz drin. Rund 900 Mitglieder gehören inzwischen zur Genossenschaft, vereint durch Leidenschaft, Teamgeist und die Liebe zum fränkischen Wein. Gleichzeitig bleibt die GWF nicht stehen: Eine Photovoltaikanlage liefert inzwischen rund 85 % des Stroms, Online-Weinproben brachten in der Corona-Zeit Weinwissen direkt ins Wohnzimmer und die alkoholfreie Seccos haben ihren festen Platz im Sortiment gefunden. Ein echtes Highlight war 2024, als die 200- millionste Flasche abgefüllt wurde.
Die Geschichte der GWF ist die Geschichte von Menschen, die zusammenhalten, mutig Neues ausprobieren und dabei nie vergessen, worum es eigentlich geht: Um richtig guten Wein. Was 1959 als Zusammenschluss einiger Winzer begann, ist heute ein Symbol fränkischer Wein-Leidenschaft. Die GWF zeigt eindrucksvoll, dass Großes entsteht, wenn viele an eine gemeinsame Idee glauben. Wir sind uns sicher: Da warten noch einige köstliche Kreationen auf uns.
Euer VINOVATION-Team
Quellen:
Aufgerufen am 07.11.2025
https://haccp-hygienemanagement.de/lebensmittelstandards/ifs-zertifizierung/
Aufgerufen am 08.11.2025
https://www.dqsglobal.com/de/entdecken/dqs-wiki/was-bedeutet-iso-und-iso-norm
Aufgerufen am 08.11.2025
5 Antworten zu „Die Erfolgsgeschichte der GWF – Teamwork und Innovation“
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Sehr informativ!
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Danke, Rainer!
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Toll recherchierte und präsentierte Geschichte der GWF 🤩!
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Danke, liebe Natja!
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Viel passiert in 65 Jahren! Starke Geschichte und vor allem interessante Weiterentwicklung💪🏼



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